Andreas Hofbauer:
[0:00] Willkommen zurück zu Der Wolf, Schützen oder Töten. Ich bin Andreas Hofbauer, ich bin Audio- und Videoredakteur bei den badischen Neuesten Nachrichten. In Folge 1 waren wir hautnah dabei, wie der Wolf den Schwarzwald in den Ausnahmezustand versetzt hat. Damit wir das sacken lassen können, wechseln wir immer ab. Eine Folge Storytelling, eine Folge Diskussion. Heute hört ihr Folge 2 und dafür habe ich mir genau den richtigen Gast geholt. Können Sie sich kurz vorstellen, wer sind Sie und was machen Sie?
Raul Schwarze:
[0:34] Ich bin Raul Schwarze und ich bin der Projektleiter des Alternativen Wolf & Bern Parks im Schwarzwald hier.
Andreas Hofbauer:
[0:40] Und wie lange machen Sie das schon?
Raul Schwarze:
[0:43] Seit Januar letzten Jahres, also 2025, habe ich angefangen hier und bin seitdem der Projektleiter.
Andreas Hofbauer:
[0:49] Und warum?
Raul Schwarze:
[0:51] Also ich bin eigentlich Bauingenieur, ich komme aus einer ganz anderen Branche, habe dort lange Jahre Projektleitung gemacht und kenne diesen Park schon seit 2017, bin auch seit ewig, kann schon ein Patentier hier, den Wolf, die Gaia.
Raul Schwarze:
[1:07] Und habe irgendwann dann gedacht, ich möchte mal was anderes machen, ich möchte vielleicht auch mal was Sinnvolleres in meinem Leben machen, als der Wirtschaft irgendwie zu dienen, sondern auch mal dem Tierwohl zu dienen. Und habe dann durch Zufall die Projektleiterstelle hier gesehen, die ausgeschrieben war und habe mich beworben und wurde zum Glück genommen.
Andreas Hofbauer:
[1:25] Und was macht man als Projektleiter bei dem Wolfs- und Bärenpark?
Raul Schwarze:
[1:29] Eigentlich macht man ja alles. Wir sind halt ein kleines Team, so macht eigentlich jeder alles. Aber hauptsächlich bin ich im Grunde für alles verantwortlich. Das heißt, den ganzen Ablauf des Tages von Planung im Biss fängt das an. Das geht über die Tierpflege bis zur Technik, Pädagogik. Das steht alles in meinem Verantwortungsbereich. Und im Grunde den Tagestieb zu sichern, die Einnahmen zu sichern, zu gucken, dass doch der Park erfolgreich wird. Aufklärungsarbeit leisten, wie jetzt Pressearbeit leisten, das ist alles so. Also ein großes Paket in einer Stelle quasi.
Andreas Hofbauer:
[2:05] Ja, Sie haben jetzt von Aufklärungsarbeit gesprochen. Dabei geht es auch um den Wolf, nehme ich an.
Raul Schwarze:
[2:11] Genau, also wir klären natürlich jetzt gerade aktuell viel über den Wolf auf. Aber im Grunde ist das auch natürlich der Bernden ein Aufklärungsthema. Wildtiere allgemein, das Verhalten gegenüber Wildtieren, die ganzen Problematiken, was mit Wildtieren gerade so in Deutschland passiert, das ist auch ein breites Spektrum. Und natürlich hauptsächlich auch, wir sind ja eine Auffangstation, den ich jetzt mal gesagt habe, für Tiere aus schlechten Haltungen, wie Zoos, Zirkus und Privathaltungen.
Raul Schwarze:
[2:39] Und darüber auch natürlich aufklären, was eine schlechte Haltung ist, wie es verbessert werden kann und wie es natürlich auch Tieren aus solchen Haltungen geht.
Andreas Hofbauer:
[2:47] Was sind denn Wildtierproblematiken in Deutschland?
Raul Schwarze:
[2:52] Es ist ja klar, der Wolf ist jetzt ja gerade in aller Munde. Es ist einfach so, dass in Deutschland natürlich die Wildtiere zurückkommen. Also der Wolf kommt zurück, der wandert halt ein, der wird nicht ausgewählt, sondern er wandert wirklich tatsächlich auch ein. Und das natürlich das Zusammenleben zwischen Mensch, in dem Fall auch Wolf, zu ermöglichen, aufzuklären, wie kann das funktionieren, was muss man dafür machen, was für Mittel müssen die Regierung bereitstellen, was muss jeder Einzelne dafür machen. Und da versuchen wir halt so eigentlich jede Partei an den Tisch zu holen, zu sagen, okay, was funktioniert, was funktioniert nicht, was kann man machen und was sollte man lassen.
Andreas Hofbauer:
[3:29] Wie kann denn das Zusammenleben mit Wolf funktionieren?
Raul Schwarze:
[3:33] Erstmal muss der Mensch bei sich selber anfangen, und zwar, dass er auch einfach mal akzeptiert, dass ein Wildtier seinen Platz braucht und auch den berechtigten Platz hat in unserer Natur und darauf Rücksicht nehmen. Man muss nicht jeden neuen Wanderweg erkunden oder einen neuen Wanderweg machen, keinen neuen Biketrail, man muss nicht jedes letzte bisschen der Natur quasi in Beschlag nehmen. Sondern auch einfach mal den Wildtieren. Und das betrifft nicht nur den Wolf, sondern auch allen anderen Tieren eigentlich die Möglichkeit geben, weil die natürlich auch einfach hier berechtigt haben, die sitzen und sich quasi auf einen Platz, der frei ist und der auf jeden Fall auch besetzt werden sollte.
Andreas Hofbauer:
[4:13] Jetzt ist ja gerade der Hornesgrinde-Wolf deutschlandweit auch ein Thema. Was ist denn da falsch gelaufen mit dem, dass es jetzt den Plan gibt, den zu entnehmen, also zu erschießen?
Raul Schwarze:
[4:25] Ja, es ist so, dass er seit 2023 im Nationalpark Schwarzwald ansässig ist. 2024 fing es an, dass er, ich nenne es jetzt mal, man sieht es jetzt nicht, aber in Anführungsstrichen auffällig geworden ist, bedeutet, er hat halt sich den Menschen gezeigt. Und das ist jetzt erstmal nichts Dramatisches, weil das passiert. Weil, wie ich gerade schon sagte, der Wanderweg geht halt durch den Wald und in dem Wald lebt der Wolf. Und es ist klar, dass der Wolf mal den Wanderweg streift oder kreuzt.
Raul Schwarze:
[4:59] Was dann falsch gelaufen ist oder was dann immer mehr zu Problemen geführt hat, ist natürlich so ein genannter Wolfstourismus. Der hat gerade so seine Hochphase, weil jetzt plötzlich natürlich auch der Wolf in aller Munde ist und jeder möchte einen Wolf sehen und ein Foto machen. Das zieht natürlich Leute an und da fängt dann so der Teufelskreis an je mehr Leute natürlich hinfahren sich dem Wolfen selber nähern ihn anlocken vielleicht sogar im schlimmsten Fall sogar anfüttern desto mehr verliert natürlich auch ein Wolf die natürliche Scheu also die natürliche Scheu bedeutet eigentlich dass der Wolf keine Lust hat auf den Menschen der hält Abstand, der beobachtet ihn aus der Ferne weil er den Menschen eigentlich eher als Gefahr sieht Und nicht als, ich nenne es jetzt mal krass, Beute. Das ist der, kein Wolf greift einen Mensch an einfach, sondern er sieht ihn als Gefahr, würde normalerweise Abstand nehmen, ihn beobachten, gucken, dass er ihn quasi in der Situation Kontrolle behält, aber dann auch natürlich die Situation direkt meiden eigentlich. Was natürlich dann passiert, wenn die Menschen nahe kommen, dann lernt er irgendwo, okay, Menschen, ja, vielleicht gibt es da was zu essen, da Müll wird liegen gelassen, da wird bewusst angefüllt hat. Das ist natürlich komplett kontraproduktiv, weil ein Wolf ist schlau, der, wenn er nicht auf Jagd gehen muss, dann spart er Energie, weil er was bei den Menschen findet. Und da fängt halt das Problem dann schon an. Und je mehr das passiert, desto weniger ist natürlich ein Wolf scheu, desto mehr zeigt er sich dann auch vielleicht wieder.
Raul Schwarze:
[6:26] Und das ist gerade das ganze Problem dahinter.
Andreas Hofbauer:
[6:29] Das scheint ja jetzt relativ häufig vorgekommen zu sein. Und die Sichtungen häufen sich ja jetzt auch immer mehr. Gibt es dann überhaupt noch eine Alternative zur Entnahme oder ist der Zug abgefahren?
Raul Schwarze:
[6:45] Natürlich gibt es noch ganz viele Alternativen zur Entnahme. Also diese Alternativen sollen auch erstmal ausgeschöpft werden. Also wir müssen ja davon klar reden, das ist der Nationalpark Schwarzwald. Der in seinen Statuten steht drin, er schützt die Flora und Fauna. Das heißt, die Pflanzenwelt, die Tierwelt sollten da eigentlich ein sicheres Zuhause haben. Und wenn sich da ein Wolf einsiedelt, weil er sagt, okay, das ist das richtige Habitat, das ist erstmal ein großes Kompliment. Und das ist genau das, wofür dieser Nationalpark da ist. Das heißt, man muss auch mal, wie ich eben schon sagte, anfangen und sagen, da gehört der Wolf hin, da hat er Platz und das ist auch okay.
Raul Schwarze:
[7:21] Selbst wenn er sich mal ab und zu zeigt, was man jetzt einfach machen muss man muss ganz klar den Tourismus eindämmen man muss die Leute aufklären, man muss die Leute vor Ort aufklären man muss Schilder aufstellen, Warnhinweise aufstellen, hey hier ist ein Wolf, ihr könnt hier nicht so einfach reinlaufen und wenn ihr reinlauft, dann sind da einfach auch Regeln einzuhalten und das ist auf jeden Fall so der erste Schritt
Raul Schwarze:
[7:44] Was auch einfach noch nicht ausreichend passiert ist weil das ist aufgrund der Zeit noch gar nicht so richtig machbar gewesen, ist natürlich eine Vergrämung Also Vergebung bedeutet, ich gebe dem Wolf zu verstehen, der Mensch ist böse, der fügt ihr Schmerzen zu und somit lernt der Wolf wieder quasi seine natürliche Scheu. Und das ist ein Prozess, der dauert, der ist auch klar irgendwo kostenintensiv, aber das ist jede Investition in den Nationalpark Schwarzwald. Und das muss halt erstmal gemacht werden und auch großvisnell gemacht werden und nicht irgendwie an einem Wochenende, sondern es dauert vielleicht auch zwei, drei Wochen immer wieder, immer wieder, immer wieder. Und gleichzeitig muss man ihm Wolf dann auch geben oder zugestehen eher, dass er ein Gebiet hat, wo er sich zurückziehen kann und wo er nicht wieder auch Menschen trifft.
Andreas Hofbauer:
[8:32] Jetzt haben Sie gesagt, es braucht Schilder, es braucht klare Regelungen. Es ist ja nicht so, dass Anfülle nicht verboten wäre. Es gibt ja Strafen von bis zu 50.000 Euro. Und es ist ja trotzdem passiert. Was kann man denn da machen?
Raul Schwarze:
[8:48] Ja, das ist halt das Problem. Also das ist auch so ein Problem vom Nationalpark vielleicht. Es gibt Ranger, es gibt Leute, die darüber aufpassen müssen eigentlich, dass sowas nicht passiert oder dass da Kontrollen gegangen werden. Ich sage mal, gerade in so einem Fall, wo man weiß, da ist ein Wolf und da entsteht gerade so ein Tourismus oder eine Faszination, dass man mit dem Wolf ein Foto machen möchte. Dann muss man natürlich auch einfach sagen, hey, da müssen wir vermehrt hingehen. Da muss man mit der Jägerschaft reden, mit den Rangers reden, mit den Forstbehörden reden, die dann ja auch unterstützen müssten eigentlich und sagen, hey, wir gehen da jetzt hin, wir klären die Leute auf und wenn da was passiert, dann müssen die Leute halt auch erwischt werden. Und dementsprechend auch vermahnt werden.
Andreas Hofbauer:
[9:32] Wie wahrscheinlich ist es, dass man die Leute erwischt?
Raul Schwarze:
[9:35] Es kommt auf die Qualität der Beobachtung und der Leute an. Es ist klar, wenn man nur einmal pro Tag durchläuft, dann ist die Wahrscheinlichkeit null. Das ist halt eine Aufgabe, klar, das ist auch eine große Aufgabe, aber die muss halt gemacht werden. Wenn man die Aufgabe nicht vorher erledigt, dann muss man sie halt nachher erledigen.
Raul Schwarze:
[9:56] Nachbessern, ist halt meistens aufwendiger als präventiv zu arbeiten.
Andreas Hofbauer:
[10:00] Jetzt sehe ich, da gibt es einen Wolf, der die Scheufermenschen verloren hat. Und ich sehe hier einen Wolfs- und Bärenpark. Könnte man den Wolf nicht hierher bringen? Oder würde er hier eingehen, weil er einfach zu wenig Platz hätte?
Raul Schwarze:
[10:17] Also die Frage erhalten wir in letzter Zeit sehr, sehr oft und jedes Mal können wir sie mit einem klaren Nein beantworten. Also wir werden den Wolf nicht aufnehmen. Und das hat eigentlich zwei ganz gute Gründe. Zum einen ist es natürlich, wir haben es in unseren Wildbären in letzter Zeit gesehen, gerade an unserer JG4, die wir im letzten Sommer aufnehmen mussten, weil sie schon in Gefangenschaft waren. Das ist eigentlich ein ganz gutes Bild dafür, weil die ist 17 Jahre in der freien Natur gewesen, ist jetzt eingesperrt und sie ist in dieser kurzen Zeit, wo sie jetzt schon eingesperrt ist, hochverhaltensauffällig. Also wir nennen das Stereotopie, das heißt sie rennt wirklich auf und ab, sie hält auch keine Winterruhe und genau das gleiche würde auch mit einem Wolf passieren. Also der kommt aus der Freiheit, wird in ein kleines, auch wenn unsere Anlagen groß sind und großzügig sind, ist es trotzdem im Vergleich zu seinem vorigen Revier winzig. Und das bedeutet im Grunde, er würde in kurzer Zeit auch sehr stark verhaltensauffällig werden.
Raul Schwarze:
[11:15] Und wir versuchen ja hier Tierschutz zu betreiben und das ist aber Tierqual. Das muss man einfach taundeutig sagen, wenn man ein Tier einsperrt, also ein Wildtier einsperrt.
Andreas Hofbauer:
[11:25] Das heißt, man kann es auch so benennen. Würde man den Wolf hierher bringen, dann wäre das Tierquälerei?
Raul Schwarze:
[11:34] Ja, ganz genau. Also jedes Einsperren eines Wildtiers ist Tierquälerei. Man muss hier Sachen einfach mal deutlich sagen. Man verharmlost das immer so ein bisschen. Aber Wildtiere sind ja intelligent. Also egal welches Wildtier, ob es jetzt Bärwolf oder Luchs ist, das sind wahnsinnig intelligente Tiere. Und ein Wildtier kennt das Prinzip nicht vom Eingesperrtsein, also es weiß nicht, warum da jetzt ein Zaun ist. Wir vergleichen das immer so ein bisschen in unserer Aufklärungsarbeit, wenn man uns jetzt als Menschen von jetzt auf gleich nehmen würde, in den Ballzimmer einsperren würde, Tür zumachen würde, einmal am Tag kommt Futter rein und wir wissen gar nicht warum. Da würde auch jeder Mensch verrückt werden und das gleiche Prinzip gilt gerade für die Wildtiere auch.
Andreas Hofbauer:
[12:12] Und es gäbe da keine Möglichkeit, dass sich so ein Tier daran gewöhnt?
Raul Schwarze:
[12:17] Also wir haben jetzt als Beispiel, wir haben ja zwei Wildbären auch vor Luna schon gehabt, also vor unserer Jörg 4, die Jörg hat, die seit 2010 ist und die auch schon seit extrem lange so mit in Gefangenschaft ist. Und selbst die hat sich nicht daran gewöhnt. Also das ist immer noch so, dass man bei ihr merkt, dass da ein gewisser Freiheitsdrang ist. Klar, sie ist jetzt mittlerweile alt, sie ist 30 Jahre alt. Das legt sich logischerweise. Das ist nur, wie wenn ein Mensch älter wird, da kriegt er Zimperlein, da kriegt er Schmerzen und dann resigniert man auch irgendwann. Aber dass die sich daran gewöhnen, das ist relativ unwahrscheinlich.
Andreas Hofbauer:
[12:52] Dann reden wir mal grundsätzlich über den Wolf. Sie haben ja schon über das Zusammenleben mit dem Wolf gesprochen, auch in freier Wildbahn. Welche Funktion hat denn der Wolf in der Natur?
Raul Schwarze:
[13:03] Man nennt ihn ja manchmal so die Waldpolizei. Also wenn man einen gesunden Wolf hat, im Idealfall natürlich auch vielleicht eine kleine Gruppe aus einem Uiden, aus einer Fee, vielleicht sogar mit zwei Jungtieren, dienen natürlich der Waldgesundheit. Also alles das, was jetzt theoretisch der Jäger machen müsste, also er muss ja den Rehbestand kürzen aufgrund des Waldbestandes, weil die halt natürlich auch einen gewissen Schaden anrichten. Und der Vorteil bei einem Wolf ist einfach im Gegensatz zu einem Jäger, die können erriechen oder können erschnüffeln, welches Tier krank ist oder welches schwach ist. Ein Jäger erschießt ein Reh, was durchaus notwendig ist, aber es kann halt auch einfach sein, dass er ein gesundes Tier erwischt. Das gibt in der Biologie den Populationsdruck. Das heißt, je mehr bejagt wird, ist oft dann einfach gleichzeitig der Druck dahinter, nachkommen zu zeugen. Und das kann natürlich ein Wolf viel, viel natürlicher lösen, weil er sich natürlich auch die Tiere raussucht, die eigentlich eh weg müssen oder alt sind, krank sind. Und das würde natürlich zur Waldgesundheit beitragen einfach.
Andreas Hofbauer:
[14:11] Das heißt, im Prinzip müssten wir nicht diesen einen Wolf entnehmen, sondern es müssten da noch mehr Wölfe hin. Kann man das so sagen?
Raul Schwarze:
[14:19] Im Prinzip schon. Es ist immer gut, wenn Wölfe einwandern. Auswildern ist jetzt keine Option, sondern dieser Wolf ist ja auch aus Österreich eingewandert, hat sich dieses Habitat ausgesucht, um hier zu leben. Und je mehr, oder was heißt denn je mehr, weil jedes Habitat ist halt so groß und dementsprechend sammeln sich auch Wolfe von alleine an. Wenn das irgendwann voll ist, dieses Habitat, dann kommen auch keine zusätzlichen Wölfe mehr. Und deswegen ist es natürlich auch gut, wenn er sich da aufhält, dort agiert als Wolf und dort auch als Wolf gelassen wird.
Raul Schwarze:
[14:54] Ob unabhängig jetzt, ob jetzt noch zusätzlich Wölfe da hinwandern oder nicht.
Andreas Hofbauer:
[14:57] Wie schätzen Sie denn die Forderung nach der Entnahme ein?
Raul Schwarze:
[15:01] Als zu verfrüht, muss man einfach sagen. Also wie gesagt, es müssten eigentlich noch Maßnahmen ergriffen werden, bevor eine Entnahme wirklich sinnvoll ist. Das heißt, wie ich gerade schon gesagt habe, ein Wildtiermanagement und mit diesem Wildtiermanagement geht sowohl das Menschenmanagement, aber auch das Tiermanagement mit ein. Das bedeutet, dass wie gesagt zum Beispiel Vergräbungsmaßnahmen und Vergräbungsmaßnahmen dauern eine gewisse Zeit. Wenn man jetzt sagt, man hat alles getan und der Wolf ist mehr auffällig, er sucht vielleicht sogar noch mehr die Nähe des Menschen, dann kann man da wieder reden, aber erst ab dem Zeitpunkt, wenn man die Hausaufgaben gemacht hat. Also man muss einfach eine klare Struktur haben, bevor es zu einer Entnahme geht, müssen so und so viele Sachen so und so gemacht werden, damit man überhaupt darüber reden kann.
Andreas Hofbauer:
[15:50] Okay, das heißt, Vergrämung ist noch eine Option. Was kann man da noch machen?
Raul Schwarze:
[15:55] Im Grunde ist es so, dass diese Vergrämung halt stattfinden muss. Das heißt, der Wolf wird den Menschen madig gemacht. Beziehungsweise der Wolf sagt, dass der Mensch das böse ist. Dann muss ein Monitoring stattfinden. Das heißt, man muss halt die Wölfe beobachten, müssen die Wölfe kennenlernen, muss das Habitat kennenlernen. Und mit diesem Monitoring muss man halt auch einfach eine Auswertung fahren. Also man kann sich Daten sammeln und das einfach dabei belassen, sondern muss auch das eine Auswertung bringen, zu Ergebnissen bringen. Und das ist eine große ganze Sache, die geschehen muss.
Andreas Hofbauer:
[16:30] Wie lange dauert sowas?
Raul Schwarze:
[16:32] Das sind Tiere. Also bei Tieren, egal ob sie jetzt bei uns aus schlechter Haltung kommen oder bei Wildtiere sind, da gibt immer das Tier das Tempo vor.
Andreas Hofbauer:
[16:42] Okay, das heißt, es ist durchaus möglich, dass sowas ein halbes Jahr...
Raul Schwarze:
[16:46] Genau. Also eine Vergräbungsmaßnahme kann lange dauern. Das kann auch mehrere Wochen, vielleicht ein, zwei, drei Monate dauern. Und das Monitoring ist etwas, was halt dauerhaft sein muss. Und selbst wenn der Wolf nicht mehr auffällig ist oder man sagt, okay, er hat jetzt diesen Schutzraum dort gefunden, dann geht dieses Monitoring weiter und die Auswertung weiter.
Andreas Hofbauer:
[17:06] Jetzt, wenn wir mal annehmen, die Vergrämung funktioniert nicht, ich bin wieder ein bisschen naiv. Eigentlich tut der Wolf ja nichts, oder? Er bekommt was zu fressen, ist freundlich, er macht nichts.
Andreas Hofbauer:
[17:18] Warum wird dann überhaupt über Erschießen gesprochen?
Raul Schwarze:
[17:22] Das ist eine sehr gute Frage, die wir uns in den letzten Tagen und Wochen eigentlich auch stellen. Warum? Weil der Wolf aktuell nichts tut, was irgendwie auffällig sein oder ist oder sein könnte in Zukunft. Er zeigt jetzt keine Anzeichen dafür, dass er aggressiv ist. Es gab seit 250 Jahren keinen Vorfall zwischen Mensch und Wolf, der irgendwie auf einer Verletzung geändert hat. Er zeigt sich halt. Und das ist schon das Problem, was ich gesagt habe, dieses Tourismus. Die Leute gehen hin, wollen den Wolf sehen, aber wenn sie ihn plötzlich sehen, kriegen sie Panik. Das widerspricht sich halt so ein bisschen immer. Und wenn man jetzt sagt, man lässt den Wolf irgendwie vielleicht in Ruhe, Selbst wenn er dann sich zeigt, dann ist er halt vielleicht mal 40, 50 Meter weg. Dann zieht man sich vielleicht auch als Mensch selber aus der Situation raus, geht vielleicht zurück und dann hat sich die Situation erledigt. Also es ist nicht zwingend, weil ja jetzt da ist, dass da irgendwas passieren müsste oder passieren wird, eigentlich auch nicht.
Andreas Hofbauer:
[18:19] Okay, das heißt, Sie können nicht nachvollziehen, warum wir über eine Entnahme, also über eine Erschießung, diskutiert wird. nur weil der Wolf den Leuten halt etwas näher kommt.
Raul Schwarze:
[18:32] Es ist eine politische Entscheidung. Man kann sich jetzt hinstellen und spekulieren darüber, warum diese politische Entscheidung getroffen hat. Ich bin kein Fan von Spekulationen. Ich glaube, da kann sich jeder selber das Bild machen. Man muss halt einfach klar sagen, dass diese Entscheidung der Landesregierung verfrüht war und falsch einfach ist. Und warum diese Entscheidung getroffen ist, ist für uns unverständlich. Weil selbst wenn man sagt, okay, man hat ein Problem, man fehlt dem nicht her, Ich habe schon mal gesagt, wir sind einen Anruf entfernt. Man kann uns anrufen, man kann zu uns kommen, man kann Kontakt mit uns aufnehmen. Wir sind immer da, sieben Tage die Woche. Wir unterstützen auch gerne und vermitteln auch gerne. Wir haben Kontakt in die ganze Welt, wenn man nicht weiß, wie man da umgehen kann. Und wenn man das nicht macht, obwohl wir bekannt sind, das bewusst nicht möchte, aus politischen Gründen einen Wolf schießt, dann ist das einfach für uns eine
Raul Schwarze:
[19:30] Sache, die wir einfach nicht verstehen können. und die wir auch nicht akzeptieren können.
Andreas Hofbauer:
[19:33] Es gab auch keine Kontaktaufnahme?
Raul Schwarze:
[19:35] Nein, gar keine.
Andreas Hofbauer:
[19:37] Okay. Was ist denn normalerweise die Vorgehensweise, wenn ich jetzt im Wald unterwegs bin und einen wilden Wolf sehe? Vielleicht nicht gerade den Hornes Grindelwolf, der etwas zutraulicher geworden ist, aber generell, wie soll ich mich verhalten? Soll ich mich umdrehen und wegrennen? Oder was mache ich?
Raul Schwarze:
[19:56] Egal bei welchem Wolf, ob es der Hornes Grindelwolf ist oder ein anderer Wolf irgendwo in Deutschland, und die Wiese ist ruhig bleiben. Das hätte ich auch ein bisschen stecken lassen. Der Wolf ist ein teröitales Tier. Das heißt, er hat sein Gebiet und das Gebiet durchstreift er. Wenn man jetzt einfach einen Wolf sieht, dann bloß nicht wegrennen, weil das ist natürlich ein seltsames Fall für den Wolf. Das kennt er ja von seinen Beutetieren. Da könnte er vielleicht neugierig werden. Keine Sorge, er wird nicht angreifen deswegen. Aber das Einfachste ist, um auch den Stress für das Tier zu mindern, Vielen Dank. Ruhig bleiben, langsam sich zurückziehen, also umdrehen, einfach weggehen, aus der Situation rausgehen. Durchaus auch unterhalten, also wenn man nicht alleine ist, es ist einfach, wenn man alleine ist, einfach mit sich selber reden, pfeifen, irgendwas machen und dann den Wolf quasi wieder alleine lassen. Das ist das Wichtigste daran.
Andreas Hofbauer:
[20:54] Sollte man durch solche Wölfe auch zu verscheuchen versuchen?
Raul Schwarze:
[20:58] Nein, also das muss man einfach den Profis dann überlassen, wenn halt sowas passiert, dass er öfter sich zeigt, nicht irgendwas versuchen, weil es wird nicht funktionieren. Also da muss man schon wissen, was man tut. Da muss man auch den Wolf an sich kennen. Da muss man das ganze Gebiet kennen. Wie gesagt, laut sein, aber jetzt nicht auf den Wolf zugehen, sondern laut sein und sich aus der Situation rausziehen.
Andreas Hofbauer:
[21:25] Okay, und das signalisiert dem Wolf, das ist keine Beute oder das ist nicht interessant?
Raul Schwarze:
[21:31] Genau, also im Grunde sind wir dann, wenn wir dort reingehen, erstmal der Gast in seinem Gebiet. Wir sind aber nicht eingeladen. Also ist es natürlich für den Wolf am besten, wenn wir einfach gehen. Und das ist so das Prinzip, was man hat oder was man befolgen muss.
Andreas Hofbauer:
[21:48] Sprechen wir mal über den Park und Ihre Arbeit hier vor Ort. Was sind denn da die größten Herausforderungen? um.
Raul Schwarze:
[21:57] Also an unserer erster Stelle steht das Tierwohl. Das muss man einfach sagen. Also das Tierwohl geht über alles. Wir wollen, dass es den Tieren gut hier geht. Bedeutet, unsere ganzen Anlagen, also wir nennen das Freianlagen, sind dafür konzipiert, dass dem Tierwohl gerecht wird und das alles aus Sicht des Tieres auch. Also die Anlagen sind nicht so gebaut, dass der Besucher sich wohlfühlt oder den kompletten Überblick hat, sondern er ist quasi wie in der Natur auch zu Gast. Und das ist im Grunde so unsere Erstprämisse. Wir wollen, dass die Tiere auf schlechten Haltungen einfach erstmal denen ihr gut geht. Und das ist so, was auch die tägliche Arbeit einfach betrifft. Das fängt bei der Tierpflege einfach an. Wir müssen jeden Tag füttern. Also gerade im Sommer werden die Bären jeden Tag gefüttert, die Wölfe in gewissen Abständen. Wir haben verschiedene Konzepte, die wir hier umsetzen. Wir haben ein verschiedenes Fütterungskonzept. Das heißt, wir verteilen zum Beispiel dieses ganze Futter in der ganzen Anlage. Das heißt, das ist so eine natürliche Aufgabe. Das heißt, die Tiere müssen mit ihrer Nase das Futter suchen, schauen, wo es ist. Und das ist so eine Aufgabe, die den ganzen Tag durchläuft, wie in der Natur auch.
Raul Schwarze:
[23:14] Dann versuchen wir natürlich auch die Tiere auf eine gewisse Art und Weise zu rehabilitieren. Zum Beispiel unser Haltungskonzept. Wir halten Bären und Wölfe zusammen, sowohl Bären und Bären und Bären und Luchse halten wir zusammen. Sprich, dass die im Grunde lernen, was sie früher im Leben vielleicht nicht hatten, weil da lebten sie in einem kleinen Gehege, da wurde Futter reingeworfen. Da konnten sie sich quasi mit ihren Stresssymptomen beschäftigen und darin vertiefen. Also eine richtige Verhaltensstörung entwickeln. Und dadurch, dass sie jetzt zum einen das Futter suchen müssen, aber vielleicht auch noch einen Konkurrenten haben, der genauso das Futter sucht. Und wer schneller ist, der kriegt halt das Futter. Und das ist halt so ein bisschen das Konzept dahinter, um die Tiere im Grunde aus ihrem verhaltensgestörten Leben herauszuholen. Das ist so die oberste Präneisse, die wir einfach haben. Aber wir haben natürlich Besucher hier. Wir sind 365 Tage für den Besucher offen hier. Die können hier natürlich den Park ganz normal durchlaufen, können Führungen buchen. Wir versuchen halt sehr viel Aufklärungsarbeit dann zu leisten in unserer Führung. Und wie ich eben schon sagte, rund um das Thema Wildtierhaltung in Deutschland, um das Thema Mensch und Wolf als Beispiel wieder, bieten das natürlich auch für Schulklassen an, sonstige Sachen, versuchen halt,
Raul Schwarze:
[24:38] Hobbyarbeit zu leisten, um es mal ganz klar zu sagen, natürlich und versuchen mit Landwirten an den Tisch zu setzen. Das ist so bestimmt die tägliche Arbeit, aber es ist auch klassisch eine Anlage bauen, also Zaunenstand halten, auch mal eine Anlage wieder sauber zu machen. Das gehört alles dazu. Und wo wir halt auch gerade sitzen, wir sitzen jetzt gerade bei uns im Imbiss, das ist natürlich auch klar. Das ist auch eine Aufgabe, die jeden Tag bewältigt werden muss. Ich habe natürlich tolle Mitarbeiter hier. Ich habe wahnsinnig tolle Ehrenamtliche, die fast teilweise je täglich helfen. Und das muss halt alles koordiniert und organisiert werden und dass wir hier einen reibungslosen Ablauf haben, dass es den Tieren gut geht.
Andreas Hofbauer:
[25:21] Und was ist bei Ihnen jetzt die größte Herausforderung?
Raul Schwarze:
[25:24] Also aktuell ist es ganz klar der Hannes Grindelwolf, die ganze Pressearbeit, was sich darum einfach entwickelt hat. Wir haben jetzt aktuell Februar jetzt schon, das ist aktuell noch Winterruhezeit bei den Bären, das heißt wir haben noch Nebensaison, es ist noch ganz ruhig hier eigentlich. Die Bären wachen erst gerade so langsam wieder auf und zeigen sich nach und nach wieder. Deswegen ist das tägliche Business ganz gut, ganz ruhig, bevor ab Ostern wieder alle wach sind und hier der Besucher ansturmlos geht.
Raul Schwarze:
[25:58] Deswegen ist aktuell wirklich so die Vorbereitung für die Saison und die ganze Öffentlichkeitsarbeit die größte Herausforderung.
Andreas Hofbauer:
[26:04] Wie viele Anfragen zum Thema Wolf gibt es denn gerade?
Raul Schwarze:
[26:07] Ich kann sie ehrlich gesagt nicht zählen. So viele? Ja, es sind viele, die anrufen. Tatsächlich, also nicht nur Presse, sondern auch tatsächlich wirklich Bürger hier aus der Umgebung, auch Bürger auch mal weiter weg, die natürlich helfen wollen, die fragen, was man machen kann, die auch so ein bisschen verstehen wollen, was da passiert ist, weil, wie du sagtest, nicht jeder ist ein Wolfskänner und nicht jeder ist jetzt so in der Thematik drin, haben wir natürlich auch ganz viele Anfragen und hat auch viele Anfragen, ob wir den Wolf aufnehmen können.
Andreas Hofbauer:
[26:33] Wenn alle Strecke, also Vergrämungen und so weiter, wenn alles ausgeschöpft
Andreas Hofbauer:
[26:38] würde und es nur noch die Wahl wäre zwischen Aufnehmen und erschießen. Was wäre die gnädigere Version?
Raul Schwarze:
[26:45] Also in dem Falle, wenn der Wolf noch auffälliger werden würde, als Beispiel jetzt wirklich durch Bad Rippholzau durch die Stadt laufen würde, dann wäre die Wahl nicht aufnehmen auch da. Dann muss man über den Abschluss diskutieren. Ganz klar. Weil wie ich gesagt habe, die Aufnahme macht die Situation nicht besser.
Andreas Hofbauer:
[27:07] Das wäre dann wahrscheinlich noch etwas, wo sich die Leute besser fühlen, aber nicht unbedingt für das Ziel.
Raul Schwarze:
[27:12] Man darf auch nicht vergessen zu sagen, wir stehen gerade an einem Scheideweg in Deutschland. Was mit dem Wolf in Deutschland allgemein passiert? Ich habe es ja vorhin schon gesagt, das ist so ein bisschen das Politikum. Stimmungsmacher vielleicht, Stimmungsabgreifer. Das ist sehr fatal. Und wenn wir jetzt sagen würden, auch wenn es so weit wäre, dass Abschluss oder Aufnahme besteht und den aufnehmen würden, würden wir zustimmen, dass es ein Problem ist. Aber unsere Meinung ist immer noch, es ist kein Problem. Und da muss man als, es klingt hart, da muss man auch der Meinung da bleiben, weil wenn wir ihn aufnehmen, dann Machen wir nichts anderes als zustimmen. Und wir sagen einfach, es ist kein Problem.
Andreas Hofbauer:
[27:54] Vielleicht können Sie mir nochmal möglichst anschaulich skizzieren, wie Sie sich ein erfolgreiches Zusammenleben zwischen Mensch und Wolf vorstellen würden.
Raul Schwarze:
[28:05] Als erstes muss man sagen, dass man, was ideal wäre, wenn man dem Wolf eine Zone bietet, ein Gebiet bietet, wo er ohne Einfluss von Menschen leben kann. Sprich, er kann sich zurückziehen, er kann dort auf die Jagd gehen und sich Nahrung suchen, ohne dass er den Menschen über den Weg läuft. Ist schwierig in unserer Landschaft, das gebe ich zu. Das wäre die Idealvorstellung. Wenn das aufgrund des Streifgebietes, wie gesagt, das wollen wir schwer werden. Was dann aber sein muss dass die Menschen das akzeptieren dass der da ist und man kann damit zusammenleben also ich muss mal sagen in Australien leben die Leute mit viel gefährlichen Sachen als ein Wolf zusammen und da macht man die abends die Betthecke hoch da liegt dann eine der giftigsten Schlangen dann schmeißt man die aus der Wohnung raus und legt sich hin und diese Einstellung müssen die Leute in Deutschland vielleicht auch bekommen dann ist da halt ein Wolf, dann läuft halt der Wolf 100 Meter da durch den Wald und ich laufe da lang und dann ist das aber auch okay. Da muss ich kein Foto machen, da muss ich ihn nicht anlocken oder sonstiges machen.
Raul Schwarze:
[29:22] Und wenn diese Einstellung irgendwann in Deutschland erreicht wird, dann haben wir auf jeden Fall sehr viel gewonnen und dann haben wir viel für den Wolf gewonnen, aber meiner Meinung nach auch für den Menschen und die Natur.
Andreas Hofbauer:
[29:34] Ist das realistisch?
Raul Schwarze:
[29:37] In der Arbeit eines Tierschützers muss man immer positiv denken, weil sonst wird es sehr, sehr traurig. Und ich halte es für realistisch, weil die Wenn ich das nicht tun würde, weiß ich nicht, das wäre halt einfach sehr deprimierend.
Andreas Hofbauer:
[29:54] Verstehe ich. Gerade jetzt spielt nur das rein, finde ich toll.
Raul Schwarze:
[29:58] Ja, es ist in vielen anderen Ländern, wo Leute völlig entspannt damit sind. Wo es dann auch einfach ein Management gibt, wo was auch Regeln für eine Wolf, aber auch Regeln für die Menschen festlegt. Und nur in Deutschland wird plötzlich Panik geschoben und das ist schon irgendwie verrückt. und man muss einfach sagen, der Wolf hat einen schlechten Ruf seit den Märchen und er wird immer als böse dargestellt. Das ist aber jetzt für den Menschen eigentlich ungefährlich.
Andreas Hofbauer:
[30:27] Wo könnte dieser schlechte Ruf herkommen?
Raul Schwarze:
[30:30] Ich dachte, das ist ganz historisch bedingt. Das fängt halt wirklich bei Grimms Märchen so gefühlt an. Der Rotkäppchen, der böse Wolf. Es wird ja immer noch in den Schulen gelehrt. Da gibt es zahlreiche Hollywood-Filme. Betrifft ja auch den Bären. Das ist das Gleiche. Der Bär wird immer als großböse dargestellt. Aber wenn man sich manchmal die Bären anguckt, dann sind die eigentlich süß. Klar, es sind große, gefährliche Tiere. Keine Frage, man sollte sich nicht mit denen anlegen. Oder darf der Meinung sein, dass man stärker als ein Bär ist, wie es manche Menschen sind. Das nicht, aber es ist halt viel Hollywood gemacht. Und das ist, glaube ich, das Problem. Das wird sich in den Kinderköpfen schon fest und geht ins Erwachsenenalter.
Andreas Hofbauer:
[31:12] Also bei Ihnen war das ja nicht so. Sie haben ja gesagt, Sie haben sogar einen Patenwolf. Wieso war es bei Ihnen anders?
Raul Schwarze:
[31:20] Das ist eine gute Frage. Ich hatte vielleicht schon immer so einen Hang zu den Tieren und Faszination für die Tiere. Und vielleicht habe ich es geschafft, mich nicht von Hollywood beeinflussen zu lassen.
Andreas Hofbauer:
[31:33] Herzlichen Dank, dass ihr bis hierhin drangeblieben seid. In der nächsten Folge stellen wir uns dann die Frage, ob es neben Knast oder Kugel noch andere Möglichkeiten gibt und was der Naturschutzbund vom Thema Wolf hält. Der Wolf – Schützen oder Töten ist eine Produktion der badischen neuesten Nachrichten.